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  1. Titel und Bild passen hervorragend zueinenander, dennoch hätte ich dann doch gerne mehr dazu gewusst. Wie soll ein Rollenspiel, das doch grundsätzlich auf dem sozialen Miteinander fußt, gerade die Isolation des Individuums abbilden? Wäre es ein Solo-Rollenspiel? Oder geht es gerade um das unstillbare Verlangen nach sozialem Kontakt, der einerseits auf persönlicher Ebene nicht sein darf, dafür aber durch Umwege wie Brief, Email oder Videokonferenz umgangen wird?

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    1. Ich sehe da mehr so eine Steifheit, Distanz durch soziale Zwänge, sich Konventionen, Normen gegenüber konform zu verhalten. Durchaus auch gedacht vor dem Hintergrund der Epoche, der Welt vor der Zäsur des Weltkrieges. Awkwardness drängt sich mir (passend zum englisch gewählten Titel und Untertitel) auch noch als Begriff auf. Als zentraler Konflikt so etwas auf der Ebene von Gefühl versus Konvention, Wollen versus Erwartung. Eine Dosis erotische Spannung könnte da vorkommen, dann wäre sicher Erwachsenwerden auch ein Punkt. Klasse. Appropriateness. Wenn wir deutsch werden wollten, vielleicht ein Schlag Richtung Fontane (insbesondere Jenny Treibel, nicht unbedingt die nach meinem Dafürhalten ein wenig abgedroschene Effi Briest).

      Die Idee des Solospiels finde ich von diesen eigenen Eindrücken ab in dem Zusammenhang mit Bild und Titel aber auch sehr spannend.

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      1. Dann frage ich mich aber, ob insbesondere das doch einen sehr kleinen Ausschnitt zeigende Motiv gerade die angesprochene Steifheit und Klassenbewusstsein abzubilden vermag. Hier könnte vielleicht die offensichtliche Metapher der Stufe, auf der man sich platziert (und die mich spontan an die erste Szene auf dem Gefängnishof in Don Siegels “Flucht von Alcatraz” erinnert), ein tragendes Element im Spiel sein. Apart im Bezug auf das Gemälde ist natürlich, dass die abgebildeten Kinder sich zum einen auf der höchsten Stufe aufhalten, und zum anderen die von den von den Erwachsenen auf der untersten Ebene befolgte Pflicht zur Distanz nicht einhalten.

        Alternativ kann ich mir aber auch ein 1:1-Spiel mit nur einem Spieler und einem Spielleiter vorstellen, bei dem eine einzelne Figur aus der Distanz seine Mitmenschen verfolgt und nur anhand der Beobachtung von Aktivität, Körpersprache etc. (beschrieben vom SL) überlegt, was für Personen es sein können. Was natürlich überhaupt nichts mit dem zu tun haben muss, wer diese Leute (in der Vorstellung des SL) wirklich sind. Auflösung könnte so ein Szenario dadurch erfahren, dass man am Ende einen zaghaften, immer noch distanzierten Kontakt zu einer, und wirklich nur einer der beobachteten Personen herstellt und nur hier erfährt, wie nah Vorstellung und Wirklichkeit beieinander liegen.

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