Wunsch ist Wunsch: Surreale Katzenkunst mit Feuer und Weihrau(s)ch

d1
Wie angekündigt sind wir auch dieses Jahr wieder bei der von Greifenklaue organisierten Wunsch ist Wunsch-Aktion, der deutschen Version von Secret Santicore, dabei.

Einer der beiden uns zugelosten Wünsche kam von Edvard Elch, der gerne folgendes wollte:

„Dieses Jahr wünsche ich mir ein surrealistisches Künstlersyndikat.“

Herausgekommen ist dabei auf unserer Seite dann das hier:

„Die rote Katze“
Ein surrealistisches Fantasy-Künstlersyndikat

In einem strengen (oder gar diktatorisch geführten) Reich wird alle systemkritische Kunst – ob Bilder, Bücher, Skulpturen oder andere Werke – und oft genug sogar die Künstler selbst den Flammen übergeben.

Der rebellische Künstler Darando Niadar signierte all seine Werke mit einer roten Katze. Seine kritischen Werke wurden alle in der Hauptstadt des Reiches öffentlich verbrannt. Vor seiner Verhaftung tränkte er heimlich seine gesamte Kleidung mit einem Rauschmittel. Dieses wollte er während seiner Kerkerhaft eigentlich selber nutzen, aber er landete zu schnell auf dem Scheiterhaufen, so dass er nicht mehr in diesen Genuß kam.

Durch das Feuer des Scheiterhaufens verbrannte das Rauschmittel und verteilte sich in der Luft. Die Rauschmittel geschwängerte Luft erzeugte bei den Zuschauern und den Ordnungskräften wilde Träume und Visionen.

Der Vorfall war der Regierung äußerst peinlich und sie versuchte ihn zu vertuschen, was jedoch nicht vollends gelang. Einige Künstler aus allen Teilen des Landes nahmen diesen Vorfall zum Anlass, einen Geheimbund zu gründen und in Zukunft ihre systemkritischen Werke – ob Buch, Büste, oder Leinwand – ebenfalls mit Rauschmitteln zu tränken, die bei einer Verbrennung freigesetzt würden.

Nachdem es so noch zu mehreren Vorfällen in unterschiedlichen Städten des Landes gekommen ist, ist der Staatsapparat vorsichtig geworden. Um die Scheiterhaufen wird nun ein Pulver verstreut, das eventuell aufsteigende berauschende Dämpfe neutralisieren soll. Das vermag die entfachte Rebellion des anarchistischen Künstlersyndikats aber nicht aufzuhalten.

Schon einmal wurde das magische Pulver gegen einen unwirksamen Stoff ausgetauscht. Ein anderes Mal hat ein besonders fanatischer Künstler sich ein Beispiel an Darando Niadar genommen, seine Kleidung mit dem Rauschmittel getränkt und sich bei der Verbrennung im Publikum selbst angezündet.

Ihre Aktionen signiert die Künstlervereinigung im Andenken an Niadar mit roten Katzen – irgendwo angebrachten Zeichen oder auch lebenden Exemplaren. Die hilflose Paranoia der Staatsmacht richtet sich daher mittlerweile auch gegen Tiere, auch wenn sich schnell herausstellte, dass es sich bei einer erfolgreich gestellten und in Gewahrsam genommenen roten Katze keineswegs um einen verkleideten Revolutionär, sondern um nichts weiter als einen Streuner handelte.

Das Künstlersyndikat ist eine anarchistische, lose Vereinigung von intellektuellen Künstlern, die gegen die strikten Machtstrukturen aufbegehren. Die Ansichten der Künstler gehen von bloßer Aufweichung der rigiden Strukturen bis hin zum Sturz des Systems. Einige Mitglieder planen Darando Niadar wiederzuerwecken. Um die hierzu – und für ihren weit über das für ihre Aktionen notwendige hinausgehenden Rauschmittelverbrauch – notwendigen finanziellen Mittel zu erwerben, verkauft das Syndikat mit einer roten Katze signierte Werke, die sie als verschollene Originale von Niadar ausgeben.

Das Geheimnis der roten Katze (Nur für Spielleiter)
Alle Mitglieder der Künstlervereinigung verehren Darando Niadar als Künstler und als Mensch, der für seine Überzeugung gestorben ist. Sie wissen nicht, dass ihr Idol immer noch – oder besser: wieder – lebt, denn ein heimlicher Gönner hat ihn im Geheimen wiedererwecken lassen.

Damit Darando Niadar der Staatsmacht nicht auffällt und ihr immer wieder entwischen kann, hat er einen magischen Gegenstand, mit dem er sein Aussehen und seine Form verändern kann. Gelegentlich nimmt er an öffentlichen Verbrennungen in Form einer roten Katze teil.

Die treibende Kraft des Künstlersyndikats ist Darando Niadar persönlich. Er gibt sich immer wieder in anderen Formen als ein unbekannter, systemkritischer Künstler aus, der Darando Niadar verehrt und in dem Syndikat mitarbeiten will. So schafft er es, den Ruhm und das Ansehen von Darando Niadar weiter zu vermehren. Heimlich hintertreibt er auch die Sparbemühungen für seine Wiedererweckung.

Der Artikel als Pdf-Datei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert