Editorial: Musik im Spiel, nicht am Tisch

Logo RSP Karneval 250pxBeim aktuellen Karneval der Rollenspielblogs wird zum Thema Flöten, Sänger, Synthesizer viel über für und wider von Musik(untermalung) am Spieltisch gestritten.

Alleine Glgnfz nimmt sich von der Seifenkiste herab dem Thema Musik in der Spielwelt an, indem er eine musikalische Bedrohung in Form der famosen Todestrommler vorstellt.

Dieses (Miss)verhältnis unter den Karnevalsbeiträgen erscheint mir symptomatisch, denn ich habe schon lange den Eindruck, dass wir gerade in Fantasyspielen viel zu wenig Musik haben.

Praktisch das Erste, was die Zwerge im Hobbit tun, ist ihre Instrumente hervorzuholen und zu singen (genaugenommen fangen sie mit dem Singen auch vorher schon an).

Nur ein prominentes Beispiel von vielen.

Im Rollenspiel bleibt es hingegen beim müden Barden, der höchstens einmal als Teil irgendwelcher Sozialkonflikte, oder wenn es einen Kampfbonus bringt, die Leier schwingt.

Wo sind denn eure Instrumente auf den Ausrüstungslisten eurer „normalen“ Charaktere? Wo sind die Punkte in Singen auf euren Fertigkeitsbögen?

Und auf Spielleiterseite ist es ja auch nicht anders.

Wir kriegen mal ein Monster (ich hab da auch mal was vorbereitet…) oder einen anderen Bösewicht, der irgendwie was mit Musik macht – den Rattenfänger von Hameln meistens, oder etwas ähnlich Hypnotisches (ich bekenne mich auch schuldig).

Aber wo sind denn die Schlachtgesänge der Orks, die Lagerfeuerlieder der Räuber im Wald, oder das verräterische Liedchen eines Rumpelstilzchens?

Ich vermisse das oft, auch in meinen eigenen Runden, aber erst recht in der Diskussion (siehe wieder die einleitende Bemerkung zum karnevalistischen Missverhältnis).

Dabei wäre das alles doch so einfach zu lösen.

Nicht nur, dass es vermutlich die Meisten von uns schaffen würden irgendwelche Knüttelverse als Texte zusammenzubringen – und die würden ja für die wörtliche Wiedergabe im Hausgebrauch schon reichen –, nein, es ginge noch viel, viel simpler.

Einfach mal öfters den Gesang bloß erwähnen: Also nicht “ihr belauscht das Gespräch der Meuchlinge und wisst jetzt, dass sie planen …”, sondern “die Lieder der ahnungslosen Meuchlinge verraten euch viel über ihren Plan – sie wollen …”. Mehr ist es doch nicht! Keiner verlangt reale Gesangseinlagen (wobei ich mich nicht beschweren würde, könnte ich sie kriegen).

Und trotzdem macht das einen gewaltigen Unterschied in meinen … Ohren.

Zum Karneval passt dann auch unser einzelner deutscher Artikel diese Woche, während sein englischer Gefährte sich anderen Themen widmet:

Deutsche Artikel
Am Mittwoch kann eine universelle Hausregel für Barden vielleicht ein wenig zu mehr Musik im Spiel beitragen.

Englische Artikel
Am Freitag ist es wieder einmal Zeit „What is …?“ in die Runde zu fragen und sich auszuspinnen.

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